Der spielende Mensch

Wir Menschen sind in christlicher Sicht nicht nur zum Arbeiten, sondern Spielen erschaffen worden. Spiel bedeutet hier die ganze farbenprächtige Palette des Frohseins, der unbeschwerten Kreativität, des Miteinander im Geben und Nehmen, des anhaltenden Froh- und Glücklichseins. Natürlich müssen wir arbeiten. Was ist Arbeit? Eine Tätigkeit, die ich gerne verrichte? Dann ist es Spiel. Ein Tun, das als leider notwendige Last empfunden wird? So verstehen wir Arbeit in unserer immer mehr irren Welt. Es gibt harte, schwere Arbeit. Die müssen wir ertragen. Es gibt schwere Krankheiten. Die müssen geheilt werden. Es gibt Kriege, von bösen Menschen erzeugt. Wir dürfen nicht zulassen, dass es dazu noch Gelegenheit gibt. Der Sinn unseres Lebens bleibt die Freude, die Muße, das Spielen. Solange spielen als etwas nur für Kinder erlaubtes angesehen wird, fällt das Wesentliche auf dem Weg zum Frieden. Solange das unmenschliche Wort „Zeitvertreib“ noch in unserem Sprachschatz gebraucht wird, werden wir vielleicht Zivilisation ins Welt-Irrenhaus weiterbauen, aber zerstören alles, was uns noch an Kultur geblieben ist.

Die Zeit zu vertreiben ist schwerste Sünde. Die moderne Industrie missbraucht das Wort gerne und erfolgreich. Die Zeit ist uns gegeben. Wir müssen sie nutzen und nicht vertreiben. In der Zeit müssen wir zu unserem ICH finden, müssen schöpferische Menschen gottähnlich werden. Wir sind immer weniger Ebenbilder Gottes, weil wir nur selten oder überhaupt nicht spielen. In der Zeit beginnen wir den Bau unseres Glückes für die Ewigkeit. Man sagt, wenn auch selten: Das ist der Himmel auf Erden. Himmel meint überschäumendes, anhaltendes Glück. Das müssen wir einüben in immer größeren Mengen. Das müssen wir erleben und erleben lassen. Sprudelndes Glück ist nicht Langeweile, die in Zeitvertreib endet. Glück ist Vollbesitz meiner kreativen Verwirklichung in der Liebe mit anderen. „Erst die Arbeit, dann Spiel“ beschreibt die von uns Menschen verdorbene, unheile Welt. Erst das Spiel als Sinndeutung unseres Lebens und dann die soweit notwendige Arbeit. Zu viel Arbeit führt zum Konsum, und dieser zerstört wieder den spielenden Menschen.

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